Model-Job ausschreiben: So bekommst du passende Bewerbungen

Eine gute Model-Ausschreibung nennt Termin, Gage, Nutzungsrechte und das gesuchte Profil. So schreibst du sie – mit Vorlage, AGG-Hinweis und typischen Fehlern.

Kurz gesagt: Eine Model-Ausschreibung bringt passende Bewerbungen, wenn sie in den ersten Zeilen fünf Dinge klärt: was produziert wird, wann und wo, welches Profil gesucht wird, was du zahlst und wie die Bilder genutzt werden. Je genauer diese Angaben sind, desto weniger unpassende Bewerbungen musst du sortieren. Wer Geschlecht oder Alter vorgibt, sollte die Anforderung mit dem Motiv begründen können.

Dieser Artikel behandelt den Schritt vor dem Casting: die Ausschreibung. Wie du danach auswählst, zeigt der Artikel [Casting-Prozess: So findest du das richtige Model](/magazin/casting-prozess-richtiges-model). Wie du das Shooting selbst beschreibst, steht im Artikel [Das perfekte Briefing](/magazin/perfektes-briefing-shooting).

Was muss in eine Model-Ausschreibung?

In eine Model-Ausschreibung gehören alle Angaben, die ein Model für eine Ja-oder-Nein-Entscheidung braucht. Fehlt eine davon, fragen gute Models nach oder bewerben sich gar nicht erst.

Checkliste: Pflichtangaben jeder Ausschreibung

1. Produktion: E-Commerce, Kampagne, Lookbook, Social-Media-Video, Messe 2. Auftraggeber: Firmen- oder Markenname, damit Models dich prüfen können 3. Termin: Datum, Uhrzeit, Dauer, eventuell Ausweichtermin 4. Ort: Stadt und Art der Location (Studio, Außen, Ladenlokal) 5. Gesuchtes Profil: Typ, Konfektionsgröße, Größe, besondere Fähigkeiten 6. Vergütung: Tagessatz, Stundensatz, Festhonorar oder TFP 7. Nutzungsrechte: Medien, Gebiet, Laufzeit 8. Besonderheiten: Dessous, Bademode, Tiere, Sport, Wasser, Höhe 9. Bewerbungsfrist und Zeitpunkt deiner Rückmeldung

Wie beschreibst du das gesuchte Profil richtig?

Du beschreibst das gesuchte Profil am besten über das Motiv, nicht über Schönheitsideale. „Frau, 35–45, wirkt wie eine Mutter von Schulkindern, Konfektionsgröße 38–42“ ist präzise. „Attraktiv, schlank, sympathisch“ sagt nichts aus und schreckt viele passende Models ab.

Hilfreiche Angaben:

  • Wirkung im Bild: sportlich, business, nahbar, editorial
  • Maße, die wirklich zählen: Konfektionsgröße bei Mode, Schuhgröße bei Schuhen, Hände bei Schmuck
  • Fähigkeiten: Laufsteg, Sprechrollen, Fahrrad fahren, Sportart
  • Sprache: wenn das Model im Video spricht
  • Optik-Details: Tattoos sichtbar oder nicht, Bart, Haarlänge – nur wenn es für das Motiv wichtig ist

Wer Plus-Size- oder Best-Ager-Models sucht, sollte das klar sagen. Die Artikel [Plus Size Modeling](/magazin/plus-size-modeling-guide) und [Mature Models](/magazin/mature-models-karriere-ueber-40) zeigen, wie vielfältig der Markt ist.

Darfst du Geschlecht und Alter in der Ausschreibung vorgeben?

Du darfst Merkmale wie Geschlecht oder Alter vorgeben, wenn sie für die Tätigkeit eine wesentliche und entscheidende Anforderung sind. Das regelt [§ 8 Abs. 1 Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz (AGG)](https://www.gesetze-im-internet.de/agg/__8.html). Nach [§ 6 Abs. 3 AGG](https://www.gesetze-im-internet.de/agg/__6.html) gelten die Regeln zum Zugang zur Erwerbstätigkeit auch für Selbstständige, also auch für freie Models.

Bei Model-Jobs ergibt sich die Anforderung oft direkt aus dem Motiv: Für Damenbademode suchst du ein Model, das zur Zielgruppe passt. Schreib die Begründung kurz in die Ausschreibung, zum Beispiel „für eine Herbstkampagne mit Großeltern-Motiv“. Merkmale ohne Bezug zum Motiv lässt du weg.

Dieser Abschnitt ist keine Rechtsberatung. Bei heiklen Fällen hilft eine Anwältin oder ein Anwalt für Arbeits- oder Medienrecht.

Warum gehört die Gage in die Ausschreibung?

Die Gage gehört in die Ausschreibung, weil sie das stärkste Auswahlkriterium für Models ist. Eine Ausschreibung ohne Vergütung wirkt unprofessionell und zieht häufig Bewerbungen an, die später am Preis scheitern.

Nenne mindestens die Vergütungsart und eine Spanne. Orientierung zu üblichen Tagesgagen gibt der Artikel [Was kostet ein Model?](/magazin/was-kostet-ein-model-budget-shooting).

> Eine Ausschreibung ohne Gage ist eine Einladung zu Rückfragen.

Wie beschreibst du die Nutzungsrechte verständlich?

Nutzungsrechte beschreibst du verständlich in drei Angaben: wo, wie lange und in welchen Medien die Bilder laufen. „Online-Shop und organische Social-Media-Posts, Deutschland, 12 Monate“ ist für jedes Model sofort einschätzbar.

Vermeide pauschale Formulierungen wie „alle Rechte, zeitlich unbegrenzt“, wenn du sie nicht brauchst. Sie verteuern den Job oder führen zu Absagen erfahrener Models. Die Grundlagen erklärt der Artikel [Bildrechte & Nutzungsrechte](/magazin/bildrechte-nutzungsrechte-guide).

Welche Fehler kosten dich gute Bewerbungen?

Die teuersten Fehler sind Unklarheit und fehlende Seriosität. Models bekommen viele Anfragen und sortieren unklare Ausschreibungen schnell aus.

Typische Fehler:

  • Kein Firmenname: Models können nicht prüfen, ob du seriös bist.
  • „Details per WhatsApp“: wirkt wie eine der bekannten Betrugsmaschen.
  • Kein Termin: „irgendwann im November“ lässt sich nicht planen.
  • TFP für Werbung: Sobald Bilder ein Produkt verkaufen, ist es ein bezahlter Job.
  • Überraschungen am Set: Dessous, Wasser oder Höhe gehören vorher in die Ausschreibung.
  • Keine Rückmeldung: Wer Absagen nie verschickt, hat bei der nächsten Ausschreibung weniger gute Bewerbungen.

Wie sieht eine gute Ausschreibung aus?

Eine gute Ausschreibung passt auf eine Bildschirmseite und beantwortet alle Fragen ohne Rückfrage. Diese Vorlage kannst du übernehmen und anpassen.

Vorlage: Model-Ausschreibung

  • Titel: Model (w, 25–35) für E-Commerce-Shooting Strickmode, Hamburg
  • Auftraggeber: [Markenname], Online-Shop für Strickmode
  • Termin: Dienstag, 8:30–16:30 Uhr, Ausweichtermin Donnerstag
  • Ort: Fotostudio in Hamburg-Altona
  • Profil: Konfektionsgröße 36–38, Körpergröße 168–178 cm, natürliche Ausstrahlung
  • Vergütung: Tagessatz 600 € zzgl. Fahrtkosten im Stadtgebiet
  • Nutzung: Online-Shop und organische Social-Media-Posts, Deutschland, 12 Monate
  • Besonderheiten: keine; Hair & Make-up vor Ort
  • Frist: Bewerbung bis Freitag, Rückmeldung an alle bis Montag

Die Werte in der Vorlage sind Beispiele, keine Preisempfehlung.

Wie früh solltest du eine Ausschreibung veröffentlichen?

Eine Ausschreibung veröffentlichst du am besten zwei bis drei Wochen vor dem Shooting. Das ist ein Erfahrungswert: Gefragte Models planen ihre Termine früh, und du brauchst Zeit für Rückfragen, Auswahl und eventuell ein kurzes Kennenlernen per Video.

Bei kurzfristigen Produktionen innerhalb weniger Tage schreibst du das offen in den Titel, zum Beispiel „kurzfristig: Shooting am Donnerstag“. So bewerben sich nur Models, die tatsächlich verfügbar sind.

Plane außerdem diese Zeitpunkte ein:

  • Bewerbungsfrist: mindestens drei bis fünf Werktage
  • Auswahl und Rückmeldung: spätestens eine Woche vor dem Termin
  • Briefing an das gebuchte Model: wenige Tage vorher mit Callsheet, Adresse und Ansprechperson
  • Ersatzmodel: eine zweite Wahl informieren, falls die erste kurzfristig ausfällt

Wie wählst du aus den Bewerbungen aus?

Du wählst am schnellsten aus, wenn du vorab drei Muss-Kriterien festlegst und nur danach sortierst. Alles Weitere entscheidest du im zweiten Schritt anhand von Polaroids, Videos und Erfahrung. Gib allen Bewerberinnen und Bewerbern eine Rückmeldung – auch eine kurze Absage spricht sich positiv herum.

Quellen

  • Gesetze im Internet: [§ 8 AGG](https://www.gesetze-im-internet.de/agg/__8.html), [§ 6 AGG](https://www.gesetze-im-internet.de/agg/__6.html)

Hinweis: Dieser Artikel ist keine Rechtsberatung.

Dein nächster Schritt

Auf Model.de ist das Veröffentlichen von Jobs für Auftraggeber kostenlos. Beim Erstellen eines Jobs gibst du Vergütungsart und Nutzungsrechte an, Models bewerben sich direkt, und du antwortest über die Nachrichten. Lass dein Unternehmensprofil verifizieren, damit Models sehen, dass die Anfrage echt ist. Alle Infos findest du unter [Für Auftraggeber](/fuer-auftraggeber).

Alle Artikel im Magazin