Was kostet ein Model? So planst du das Budget fürs Shooting

Ein Model-Budget besteht aus Gage, Buy-out, Provision und Nebenkosten. So kalkulierst du ein Shooting realistisch – mit Spannen, Beispiel und Checkliste.

Kurz gesagt: Ein Model kostet nicht nur die Tagesgage. Ein realistisches Budget setzt sich aus Gage, Nutzungsrechten (Buy-out), gegebenenfalls Agenturprovision und Nebenkosten wie Reise, Styling und Verpflegung zusammen. Eine typische Tagesgage liegt laut gehalt.de zwischen 400 und 1.200 €; große Werbekampagnen kosten deutlich mehr.

Viele Shootings scheitern nicht am Model, sondern an einem Budget, das nur die Gage berücksichtigt. Dieser Artikel zeigt dir, welche Posten du einplanen musst und wie du sie in deinem Angebot an Models sauber trennst. Zahlen mit Quelle sind verlinkt; alle übrigen Werte sind als Erfahrungswert oder Annahme gekennzeichnet.

Wie hoch ist die Gage für ein Model pro Tag?

Die Gage für ein Model liegt in Deutschland laut [gehalt.de](https://www.gehalt.de/news/gntm-so-viel-koennen-die-angehenden-models-verdienen) typischerweise zwischen 400 und 1.200 € pro Tag. Laut dem Fachmedium [FashionUnited](https://fashionunited.de/nachrichten/mode/das-leben-als-model-eine-businessperspektive-teil-v/2015101619007) werden Magazin-Strecken in der Regel schlechter bezahlt als Werbeaufnahmen; kommerzielle Jobs mit großer Reichweite liegen am oberen Ende.

Für dein Budget heißt das: Ein erfahrenes Model für einen Werbetag kostet ein Vielfaches eines Newcomers für ein Lookbook. Beide Preise sind fair, wenn sie zur Nutzung passen.

Viele Models bieten neben dem Tagessatz einen Halbtagessatz an. Unser Erfahrungswert: Ein halber Tag kostet meist deutlich mehr als die Hälfte des Tagessatzes, weil das Model den Rest des Tages selten anders vergeben kann.

Was ist ein Buy-out, und wann musst du ihn zahlen?

Ein Buy-out ist die Vergütung für die Nutzungsrechte an den Bildern oder Videos, getrennt von der Gage für die Arbeitszeit. [FashionUnited](https://fashionunited.de/nachrichten/mode/das-leben-als-model-eine-businessperspektive-teil-v/2015101619007) beschreibt den Buy-out als Vergütung für die kommerzielle Nutzung des Gesichts eines Models; die Höhe richtet sich nach der Art der Nutzung, etwa Fernsehen, Plakat oder Prospekt. In der Praxis wird er nach drei Dimensionen bemessen: Gebiet, Laufzeit und Medien.

Ein Buy-out fällt praktisch immer an, wenn du Bilder werblich nutzt. Je größer Reichweite und Laufzeit, desto höher der Betrag. Unser Erfahrungswert: Bei TV- oder Plakatkampagnen kann der Buy-out ein Vielfaches der Tagesgage betragen, bei einem kleinen Online-Shop fällt er gering aus.

Plane den Buy-out deshalb von Anfang an als eigenen Posten ein und lege fest, welche Medien du in den nächsten zwölf Monaten wirklich brauchst. Die rechtlichen Grundlagen findest du im Artikel [Bildrechte & Nutzungsrechte](/magazin/bildrechte-nutzungsrechte-guide).

Was kostet eine Agentur zusätzlich?

Eine Modelagentur berechnet dem Auftraggeber in der Regel eine Provision, die als Prozentsatz zum Modelhonorar addiert wird. Feste, öffentlich belegte Sätze gibt es nicht; die Höhe steht im Angebot der Agentur. Frag immer nach einem Gesamtpreis inklusive Provision (Erfahrungswert).

Die Agentur übernimmt dafür Vorauswahl, Verfügbarkeitsprüfung, Vertrag und Abrechnung. Buchst du ein freies Model direkt, entfällt die Provision. Dafür klärst du Vertrag, Nutzungsrechte und Rechnung selbst mit dem Model.

Welche Nebenkosten vergessen Auftraggeber am häufigsten?

Die am häufigsten vergessenen Nebenkosten sind Reise, Wartezeit und Team. Ein Model, das für dich 200 Kilometer anreist, braucht Fahrtkosten und bei frühem Drehbeginn eine Übernachtung.

Plane außerdem diese Posten ein:

  • Fotograf oder Videograf inklusive Bildbearbeitung.
  • Hair & Make-up und Styling, falls das Model nicht selbst gestylt kommen soll.
  • Location- und Studiomiete, eventuell Drehgenehmigung.
  • Verpflegung am Set für alle Beteiligten.
  • Überstunden, falls der Tag länger dauert als gebucht.
  • Reservetag bei Außenaufnahmen, die vom Wetter abhängen.
  • Künstlersozialabgabe: Zahlst du Honorare an selbstständige Künstler oder Publizisten, etwa Designer oder Werbefotografen, kann die Abgabe fällig werden. Sie liegt 2026 laut [Deutscher Rentenversicherung](https://www.deutsche-rentenversicherung.de/DRV/DE/Ueber-uns-und-Presse/Presse/Meldungen/2025/250724-kuenstlersozialabgabe-sinkt-ab-2026) bei 4,9 %. Ob sie in deinem Fall anfällt, klärst du mit deiner Steuerberatung.

Wie sieht eine Beispielrechnung für ein Shooting aus?

Eine Beispielrechnung macht die Posten sichtbar. Angenommen, ein kleiner Online-Shop bucht ein freies Model für einen Tag E-Commerce-Fotos, die ein Jahr lang im eigenen Shop und auf Social Media laufen.

Beispiel: E-Commerce-Tag mit freiem Model (Erfahrungswerte)

1. Tagesgage Model: 600 € 2. Buy-out für Shop und organische Social-Media-Nutzung, 1 Jahr, Deutschland: nach Vereinbarung, im Beispiel 300 € 3. Fahrtkosten Model: 80 € 4. Hair & Make-up: nach Angebot des Teams 5. Fotograf inklusive Bearbeitung: nach Angebot 6. Verpflegung: 40 €

Model-Kosten in diesem Beispiel: 980 € plus Team und Studio. Die Beträge sind Annahmen zur Veranschaulichung, keine Marktpreise. Mit Agentur käme deren Provision hinzu – frag nach, ob sie nur auf die Gage oder auch auf den Buy-out berechnet wird.

> Wer Gage und Nutzungsrechte getrennt kalkuliert, verhandelt fairer und schneller.

Wie sparst du am Budget, ohne unfair zu sein?

Du sparst am wirksamsten, indem du die Nutzung präzise beschreibst, statt pauschal „alle Rechte“ zu verlangen. Ein Buy-out nur für Online und Deutschland kostet weniger als ein weltweiter Buy-out ohne Zeitlimit.

Weitere faire Stellschrauben:

  • Shotlist straffen: Weniger Looks pro Tag heißt nicht automatisch schlechtere Bilder.
  • Halbtag statt Ganztag, wenn die Shotlist es wirklich zulässt.
  • Lokale Models buchen, um Reisekosten zu vermeiden.
  • Laufzeit staffeln: erst ein Jahr kaufen, bei Erfolg verlängern.
  • TFP nur bei echten Kreativprojekten: Sobald Bilder ein Produkt verkaufen, ist es ein bezahlter Job. Die Grenze erklärt der Artikel [TFP-Shootings](/magazin/tfp-shootings-guide-fuer-models).

Was gehört ins Angebot an das Model?

Ins Angebot an das Model gehören Gage, Buy-out und Nebenkosten als getrennte Posten. So weiß das Model, wofür du bezahlst, und kann schnell zusagen.

Checkliste: Budget-Angaben in jeder Model-Anfrage

1. Datum, Uhrzeit und Dauer (Halbtag oder Ganztag) 2. Art der Produktion: E-Commerce, Kampagne, Social Media, Video 3. Gage in Euro, netto oder brutto klar benannt 4. Buy-out: Medien, Gebiet, Laufzeit und Betrag 5. Reise- und Übernachtungskosten: wer zahlt was? 6. Zahlungsziel nach Rechnungseingang 7. Regelung für Überstunden und Ausfall

Wie du das Shooting selbst beschreibst, zeigt der Artikel [Das perfekte Briefing](/magazin/perfektes-briefing-shooting).

Quellen

  • gehalt.de: [GNTM – so viel können die angehenden Models verdienen](https://www.gehalt.de/news/gntm-so-viel-koennen-die-angehenden-models-verdienen) (28.03.2024)
  • FashionUnited: [Das Leben als Model: Eine Businessperspektive – Teil V](https://fashionunited.de/nachrichten/mode/das-leben-als-model-eine-businessperspektive-teil-v/2015101619007) (16.10.2015)
  • Deutsche Rentenversicherung: [Künstlersozialabgabe sinkt ab 2026](https://www.deutsche-rentenversicherung.de/DRV/DE/Ueber-uns-und-Presse/Presse/Meldungen/2025/250724-kuenstlersozialabgabe-sinkt-ab-2026)

Die Angaben sind Orientierungswerte und keine Steuer- oder Rechtsberatung.

Dein nächster Schritt

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