Was verdient ein Model? Gagen und Tagessätze im Überblick
Eine typische Model-Tagesgage liegt laut gehalt.de bei 400–1.200 €, Werbung zahlt oft mehr. Wovon die Höhe abhängt und was am Ende wirklich bei dir ankommt.
Kurz gesagt: Ein Model in Deutschland verdient kein festes Gehalt, sondern eine Gage pro Job. Eine typische Tagesgage liegt laut gehalt.de zwischen 400 und 1.200 €; Werbejobs mit großer Reichweite können deutlich mehr bringen. Was am Ende bei dir ankommt, hängt von Nutzungsrechten, Agenturprovision, Steuern und davon ab, wie viele Buchungstage du im Jahr hast.
Verlässliche amtliche Statistiken zu Model-Gagen gibt es nicht. Die Zahlen in diesem Artikel stammen deshalb aus Gehaltsportalen und Fachpresse; alles andere ist als Erfahrungswert gekennzeichnet. Wir nennen jede Quelle mit Link, damit du die Spannen selbst prüfen kannst. Behandle die Werte als Orientierung, nicht als Tarif.
Wie hoch ist eine typische Tagesgage für Models?
Eine typische Tagesgage für ein Model in Deutschland liegt laut [gehalt.de](https://www.gehalt.de/news/gntm-so-viel-koennen-die-angehenden-models-verdienen) (März 2024) zwischen 400 und 1.200 €. Für Werbespots nennt gehalt.de am Beispiel von „Germany's Next Topmodel“-Teilnehmenden Beträge von 40.000 bis 90.000 € brutto – das sind Ausnahmen mit TV-Bekanntheit, keine Regel.
Die Höhe folgt grob der kommerziellen Reichweite. Das Fachmedium [FashionUnited](https://fashionunited.de/nachrichten/mode/das-leben-als-model-eine-businessperspektive-teil-v/2015101619007) beschreibt, dass Magazin-Strecken (Editorial) in der Regel schlechter bezahlt werden als Werbeaufnahmen, weil das Magazin die Kleidung nicht selbst verkauft.
Rangfolge nach Bezahlung (Erfahrungswert, von niedrig nach hoch)
- TFP und Portfolio-Projekte: Bilder statt Honorar
- Editorial: Magazin-Strecken, gut fürs Portfolio, niedrige Tagessätze
- E-Commerce und Lookbooks: häufige, regelmäßige Ganztagesjobs
- Kataloge und lokale Werbung: höhere Sätze, oft mit Buy-out
- Nationale und internationale Kampagnen: höchste Gagen, fast immer mit umfangreichem Buy-out
Für die Schweiz nennt [lohncheck.ch](https://lohncheck.ch/de/articles/model-lohn) (Stand April 2026) Tagesgagen von meist 800 bis 2.300 CHF. Für Österreich haben wir keine belastbare öffentliche Quelle gefunden.
Warum verdienen zwei Models für denselben Tag so unterschiedlich?
Zwei Models können für einen Shooting-Tag sehr unterschiedlich verdienen, weil die Gage nicht nur die Zeit vor der Kamera bezahlt. Der größte Unterschied entsteht durch die Nutzung der Bilder: Ein Foto für einen Online-Shop ist weniger wert als dasselbe Gesicht auf Plakaten in ganz Deutschland.
Diese Faktoren bestimmen die Höhe:
- Nutzungsrechte (Buy-out): Medium, Gebiet und Dauer der Nutzung. Mehr dazu im Artikel über [Bildrechte und Nutzungsrechte](/magazin/bildrechte-nutzungsrechte-guide).
- Auftragsart: E-Commerce, Katalog, Editorial, Werbung, Laufsteg, Messe oder UGC.
- Erfahrung und Buchungshistorie: Wer zuverlässig liefert und Referenzen hat, kann mehr verlangen.
- Exklusivität: Darfst du für eine bestimmte Zeit nicht für Konkurrenzmarken arbeiten, gehört das bezahlt.
- Aufwand: Anreise, Anproben, Wartezeiten, Wetter-Reservetage.
Was bleibt nach Provision und Steuern übrig?
Von der Gage bleibt deutlich weniger übrig, als die Zahl auf der Buchung vermuten lässt. Wer über eine Agentur oder ein Management arbeitet, zahlt eine Provision, die meist direkt von der Gage einbehalten wird. Laut [gehalt.de](https://www.gehalt.de/news/gntm-so-viel-koennen-die-angehenden-models-verdienen) geht bei den GNTM-Teilnehmenden ungefähr 30 % an das Management. Die genaue Höhe steht in deinem Agenturvertrag.
Danach kommen Einkommensteuer, Krankenversicherung und Altersvorsorge, denn Models arbeiten in der Regel selbstständig. Ein einfaches Rechenbeispiel zeigt die Größenordnung:
1. Tagesgage laut Buchung: 800 € 2. Agenturprovision, angenommen 25 %: minus 200 € 3. Auszahlung an dich: 600 € 4. Davon legst du einen Teil für Steuer und Versicherungen zurück – wie viel, hängt von deinem Gesamteinkommen ab.
Ohne Agentur entfällt die Provision. Dafür übernimmst du Akquise, Verhandlung, Rechnungsstellung und Mahnungen selbst.
Wie viel verdient ein Model im Jahr?
Ein Jahresverdienst lässt sich für Models kaum seriös angeben, weil die Zahl der Buchungstage stark schwankt. Ein Model mit 800 € Tagesgage und 10 Jobs im Jahr verdient brutto 8.000 €. Dasselbe Model mit 60 Jobs kommt auf 48.000 € – vor Provision und Steuern.
Unser Erfahrungswert: Viele Models arbeiten neben dem Modeln in einem anderen Beruf oder Studium und bauen die Zahl ihrer Buchungstage über Jahre auf. Wer nur auf die Tagesgage schaut, unterschätzt, wie wichtig Auslastung ist.
> Die Tagesgage sagt wenig. Entscheidend ist, wie viele Tage im Jahr du gebucht wirst.
Was zahlen Laufsteg, E-Commerce und UGC?
Die Bezahlung unterscheidet sich je nach Jobart erheblich. Für Laufsteg-Einsätze nennt [gehalt.de](https://www.gehalt.de/news/gntm-so-viel-koennen-die-angehenden-models-verdienen) rund 100 € für Anfänger; GNTM-Teilnehmende können wegen der TV-Aufmerksamkeit 200 bis 500 € erhalten.
E-Commerce-Shootings sind oft Ganztagesjobs mit vielen Outfits und wiederkehrenden Kunden. Der Vorteil liegt weniger in der Höhe der Gage als in der Regelmäßigkeit. Mehr dazu im Artikel über [E-Commerce-Modelling](/magazin/e-commerce-model-werden).
Für UGC-Videos gibt es keine verlässlichen öffentlichen Spannen für den deutschsprachigen Raum. Kläre bei UGC immer, ob die Marke die Videos nur organisch postet oder als bezahlte Werbung schaltet – das zweite ist eine umfangreichere Nutzung und gehört höher vergütet.
Was ist mit TFP – zählt das als Verdienst?
TFP („Time for Print“) ist ein Tausch von Zeit gegen Bilder und bringt kein Honorar. TFP lohnt sich, wenn die Bilder dein Portfolio messbar verbessern. Sobald eine Marke oder ein Unternehmen die Bilder werblich nutzt, ist es kein TFP mehr, sondern ein bezahlter Job. Ausführlich erklärt das der Artikel [TFP-Shootings: Wann sie sich lohnen](/magazin/tfp-shootings-guide-fuer-models).
Checkliste: So findest du deinen eigenen Tagessatz
1. Lege einen Mindestpreis für einen halben und einen ganzen Tag fest, unter den du nicht gehst. 2. Rechne Fahrzeit und Vorbereitung mit ein. 3. Trenne immer Honorar und Nutzungsrechte – nenne beides getrennt im Angebot. 4. Frag nach dem Budget, bevor du deinen Preis nennst. 5. Vergleiche deine Spanne mit den Quellen in diesem Artikel und mit Jobs, die du tatsächlich bekommst. 6. Prüfe deinen Satz alle sechs Monate.
Wie du den Preis im Gespräch durchsetzt, zeigt der Artikel [Honorare verhandeln](/magazin/model-honorare-verhandeln).
Wie musst du Einnahmen als Model versteuern?
Einnahmen als Model musst du in Deutschland in der Steuererklärung angeben, auch wenn sie nur nebenbei entstehen. Ob du ein Gewerbe anmelden musst und ob die Kleinunternehmerregelung für dich passt, hängt von deiner Tätigkeit und deinem Umsatz ab. Die Kleinunternehmerregelung gilt seit 2025 bis 25.000 € Umsatz im Vorjahr und 100.000 € im laufenden Jahr, wie das [Finanzamt Baden-Württemberg](https://finanzamt-bw.fv-bwl.de/,Lde/Startseite/Service/Was+ist+die+sogenannte+Kleinunternehmerregelung_) erklärt. Für deine persönliche Situation fragst du am besten eine Steuerberatung. Dieser Abschnitt ist keine Steuerberatung.
Quellen
- gehalt.de: [GNTM – so viel können die angehenden Models verdienen](https://www.gehalt.de/news/gntm-so-viel-koennen-die-angehenden-models-verdienen) (28.03.2024)
- FashionUnited: [Das Leben als Model: Eine Businessperspektive – Teil V](https://fashionunited.de/nachrichten/mode/das-leben-als-model-eine-businessperspektive-teil-v/2015101619007) (16.10.2015)
- Finanzamt Baden-Württemberg: [Was ist die sogenannte Kleinunternehmerregelung?](https://finanzamt-bw.fv-bwl.de/,Lde/Startseite/Service/Was+ist+die+sogenannte+Kleinunternehmerregelung_)
- lohncheck.ch: [Wie viel verdient man als Model?](https://lohncheck.ch/de/articles/model-lohn) (April 2026)
Die genannten Spannen sind Angaben Dritter und Erfahrungswerte, keine verbindlichen Tarife.
Dein nächster Schritt
Leg dein [kostenloses Profil auf Model.de](/models) an und bewirb dich auf Jobs, bei denen die Vergütungsart offen angegeben ist. So siehst du nach wenigen Wochen, welche Gagen in deiner Region und Kategorie tatsächlich gezahlt werden – die beste Grundlage für deinen eigenen Tagessatz.